Unsere Strategie

Vorrangiges strategisches Ziel des Hapag-Lloyd Konzerns ist ein langfristiges profitables Wachstum, gemessen an der Entwicklung der Transportmenge sowie der operativen Kenngrößen EBITDA und EBIT sowie der Rendite auf das investierte Kapital (ROIC).

Hapag-Lloyd strebt ein Wachstum der Transportmenge in Höhe des Marktwachstums an. Durch das erwartete Mengenwachstum, die Verbesserung der Erlösqualität und durch weitere Kosteneinsparungen und Effizienzverbesserungen, soll das operative Ergebnis von Hapag-Lloyd weiter gesteigert werden.

Die bisherigen finanziellen Steuerungsgrößen des Hapag-Lloyd Konzerns bleiben auch weiterhin das EBITDA und das EBIT. Im Rahmen der Einführung der Strategy 2023 (Details dazu siehe unten) wurden zudem weitere finanzielle Mittelfristziele definiert: HapagLloyd strebt danach eine Profitabilität über den kompletten Wirtschaftszyklus an, d. h. eine Rendite auf das investierte Kapital (Return on Invested Capital [ROIC]), die zumindest den gewichteten Kapitalkosten des Unternehmens (Weighted Average Cost of Capital [WACC]) entspricht. Im Geschäftsjahr 2019 erwirtschaftete Hapag-Lloyd eine Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) von 6,1 % (Vorjahreszeitraum: 3,7 %). Die gewichteten Kapitalkosten betrugen im Geschäftsjahr 2019 6,8 % (Vorjahreszeitraum: 8,2 %). Ursächlich für den Rückgang der gewichteten Kapitalkosten war unter anderem ein geringerer risikoloser Basiszinssatz und eine veränderte Finanzierungsstruktur.

Zudem hat der Schuldenabbau weiterhin Priorität. Bis Ende 2023 soll nachhaltig ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von unter oder gleich 3,0x erreicht werden. Bis Ende 2019 war das Ziel ein Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 3,5x zu erzielen. Dieses Ziel wurde mit einem Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA von 3,0x per 31. Dezember 2019 übertroffen. Darüber hinaus strebt Hapag-Lloyd bis spätestens Ende 2023 eine Eigenkapitalquote von über 45 % sowie eine Liquiditätsreserve von etwa 1,1 Mrd. USD an. Per 31. Dezember 2019 betrug die Eigenkapitalquote 40,9 % (Vorjahr: 40,9 %) und die Liquiditätsreserve rund 1,2 Mrd. USD (Vorjahr: rund 1,3 Mrd. USD).

Im November 2018 hat der Vorstand der Hapag-Lloyd AG im Rahmen eines Kapitalmarkttages erstmals über die neue Strategie („Strategy 2023“) des Konzerns berichtet. Im Konzernlagebericht des Geschäftsberichts 2019 wurde die Strategy 2023 auf den Seiten 58 ff. zudem ausführlich beschrieben.

Die 3 Kernziele der Strategy 2023 lauten:

  • Qualitätsführerschaft
  • Den Fortbestand als Global Player zu sichern
  • Profitabilität über den kompletten Wirtschaftszyklus

Der Fokus der Strategy 2023 liegt auf Qualitätsführerschaft und profitablem Wachstum, basierend auf einem kontinuierlichen und konsequenten Kosten- und Umsatzmanagement sowie der Verbesserung der internen Prozesse durch höhere Agilität und das Nutzen technologischer Chancen, etwa durch Digitalisierung und Automation.

Zur Sicherstellung einer wettbewerbsfähigen Gesamtkostenstruktur hat Hapag-Lloyd bereits eine Vielzahl von Projekten initiiert. Zum Zeitpunkt der Strategieveröffentlichung wurde erwartet, dass dank verbesserter Kostenstrukturen bis zum Ende des Jahres 2021 Kosteneinsparungen in einer Größenordnung zwischen 350 – 400 Mio. USD pro Jahr realisiert werden können. Mit bereits erreichten Kosteneinsparungen im mittleren dreistelligen Millionenbereich wurde ein Großteil der geplanten Einsparungen bereits im Geschäftsjahr 2019 realisiert. Daher wird an einer Erweiterung des Kosteneinsparungsprogramms gearbeitet, welches im Laufe des Jahres 2020 kommuniziert werden wird. Die Kostenstrukturen werden kontinuierlich überprüft und angepasst.

Auch im Umsatzmanagement sind bereits die wesentlichen Stellschrauben zu einer Optimierung identifiziert und erste Maßnahmen eingeleitet worden. Der Fokus beim Umsatzmanagement lag im Geschäftsjahr 2019 auf der Implementierung des neuen einheitlichen und transparenten Bunker zuschlags MFR („Marine Fuel Recovery Surcharge“) in Vorbereitung auf die steigenden Bunkerkosten durch die am 1. Januar 2020 inkrafttretenden neuen Abgasvorschriften der International Maritime Organization (IMO). Zudem wurde unter anderem weiter an der Verbesserung des Ladungsmixes gearbeitet sowie der Anteil der automatisierten Preisquotierung erhöht. Die wichtigsten Elemente der Strategy 2023 sind im nachfolgenden Schaubild dargestellt. Den Kern bildet dabei die klare Differenzierung von Wettbewerbern.

Neben den oben genannten finanziellen Kennzahlen wurden folgende nichtfinanzielle Ziele neu definiert:
Die Qualitätsführerschaft soll über einen Net Promoter Score (NPS) gemessen werden. Zudem sollen die Zuverlässigkeit bzw. Pünktlichkeit verbessert, das Pünktlichkeitsversprechen klar definiert und die technischen Voraussetzungen geschaffen werden, um die Pünktlichkeit standardisiert zu messen und hierüber zu berichten.

Hapag-Lloyd hat das Ziel, den Anteil von sog. „Door-to-Door“-Geschäften auf über 40 % bis 2023 zu steigern. Diese Ladung erfordert zusätzliche Dienstleistungen, die Hapag-Lloyd den Kunden anbietet und bei denen es möglich ist, einen höheren Umsatz und eine höhere Marge zu erzielen.

Hapag-Lloyd strebt einen globalen Marktanteil (weltweit exkl. Intra-Asien) von mehr als 10 % an. Zur Erreichung dieses Ziels möchte Hapag-Lloyd insbesondere in attraktiven Wachstumsmärkten sowie im Bereich der Spezial- und Kühltransporte seine Präsenz ausbauen. In diesen Bereichen sieht Hapag-Lloyd bereits heute seine Stärke.

Der Erfolg der Digitalisierungsstrategie soll sich unter anderem daran messen lassen, dass die Volumina, die über den Web Channel gebucht werden, einen Anteil von 15 % des Gesamtvolumens in 2023 ausmachen.

Als traditionell umweltbewusstes Unternehmen ist es selbstverständlich für Hapag-Lloyd, dass das Unternehmen die verschärften Umweltauflagen, beispielsweise IMO 2020, einhalten wird und die nötigen technischen und organisatorischen Änderungen mit größter Sorgfalt umsetzt. Im Rahmen der ab 2020 geltenden Bestimmungen der International Maritime Organization (IMO) zur Reduzierung des Schwefeldioxidausstoßes wird Hapag-Lloyd neben der überwiegenden Nutzung von schwefelarmen Treibstoff auch Abgasreinigungsanlagen (EGCS) zur Abgaswäsche auf 10 größeren eigenen Containerschiffen größeren eigenen sowie 9 langfristig gecharterten Containerschiffen installieren und durch die Umrüstung eines Großschiffs den Betrieb mit Flüssiggas (LNG) testen.

Die Strategy 2023 inklusive der oben genannten Ziele wird mit dem Fortschritt der Strategieimplementierung weiter konkretisiert und – soweit erforderlich – an sich verändernde Rahmenbedingungen flexibel angepasst.

Im Geschäftsjahr 2020 liegt der Fokus auf:

  • Der weiteren Umsetzung der Strategy 2023
  • Der Evaluierung weiterer Kosteneinsparungspotenziale, über das Niveau des ursprünglichen Ziels von 350 – 400 Mio. USD p.a. hinaus
  • Der weiteren Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Erlösqualität
  • Der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in der THE Alliance, unter anderem die Integration von Hyundai Merchant Marine (HMM) in die THE Alliance ab dem 1. April 2020
  • Der reibungslosen und effizienten Umsetzung der neuen Abgasnormen der IMO sowie der Umrüstung des ersten Schiffs auf LNG

Wichtige Eckwerte für die Prognose 2020 Prognose (unterliegt erheblicher Unsicherheit aufgrund von COVID-19)
Wachstum Weltwirtschaft (IWF, April 2020)
-3,0%
Zunahme Welthandelsvolumen (IWF, April 2020) -11,0%
Anstieg globales Containertransportvolumen (Clarksons, April 2020) -10,6%
Transportmenge, Hapag-Lloyd Konzern Unter Vorjahresniveau
Durchschnittlicher Bunkerverbrauchspreis, Hapag-Lloyd Konzern Unter Vorjahresniveau
EBITDA (Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen),
Hapag-Lloyd Konzern
1,7 - 2,2 Mrd. EUR  
EBIT (Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern), Hapag-Lloyd Konzern
0,5 - 1,0 Mrd. EUR  
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